Marktausblick zweites Halbjahr 2026
- Der Energiepreisschock erzeugt einen klaren stagflationären Mix: Das Weltwirtschaftswachstum verliert an Fahrt und die Inflationsrisiken haben zugenommen.
- Die grossen Zentralbanken schlagen unterschiedliche Richtungen ein.
- Liquidität, starke Unternehmensgewinne und KI-Euphorie stützen die Märkte, aber hohe Bewertungen und zunehmende Marktkonzentration machen die Märkte anfällig für negative Überraschungen, insbesondere wenn Inflation oder Energiepreise nochmals nach oben tendieren.
Der Nahostkonflikt, die daraus resultierenden Lieferunterbrechungen und der Anstieg der Energiepreise haben die Inflation in die Höhe getrieben und die Wachstumsaussichten verschlechtert, selbst nach dem Waffenstillstand. Der Schock hat stagflationäre Tendenzen ausgelöst. Die Auswirkungen unterscheiden sich jedoch stark je nach Region. Entscheidend sind drei Faktoren: die Energieabhängigkeit, der wirtschaftspolitische Spielraum und die konjunkturelle Ausgangslage vor dem Schock. So zeigen die Frühindikatoren im Euroraum eine deutlich stärkere Abschwächung als in den USA.
- USA: Als Nettoexporteur von Erdöl und Erdgas sind die USA stärker vom Energieschock abgeschirmt als viele andere Länder. Zwar leiden auch hier die Haushalte unter höheren Energie- und Benzinpreisen, doch die Detailhandelsumsätze bleiben insgesamt robust. Die Haushalte finanzieren ihren Konsum zunehmend aus Erspartem oder über Kredite. Zusätzlich stützen kräftige Investitionen, vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz, sowie eine expansive Fiskalpolitik das Wachstum. Für das laufende Jahr wird daher mit einem robusten Wachstum von 2,0 Prozent gerechnet.
- Eurozone: Zu Jahresbeginn waren die Aussichten deutlich positiver. Der fiskalische Neustart Deutschlands – mit einem 500‑Milliarden‑Euro‑Fonds für Infrastruktur und grüne Transformation sowie der Lockerung der Schuldenbremse für höhere Verteidigungsausgaben – hätte nicht nur die heimische Wirtschaft beleben, sondern über die Lieferketten der gesamten Eurozone Impulse geben sollen. Die hohe Abhängigkeit von ausländischer Energie und die energieintensive Industrie in Ländern wie Deutschland führten jedoch dazu, dass der Energiepreisschock die vorlaufenden Konjunkturindikatoren spürbar verschlechtert hat. Die Erholung der Eurozone verzögert sich daher. Für 2026 wird deshalb mit einem verhaltenen Wachstum von 0,8 Prozent gerechnet.
- Schweiz: Auch für die Schweiz ist 2026 ein unterdurchschnittliches Wachstum zu erwarten. Die Konjunktur wird durch eine schwächere Weltwirtschaft, geopolitische Spannungen, erhöhte Unsicherheit im internationalen Handel sowie höhere Energiepreise belastet. Besonders die exportorientierten Branchen stehen unter Druck, da die Auslandsnachfrage nur langsam wächst und der Schweizer Franken vergleichsweise stark bleibt. Stützend wirkt die robuste Binnennachfrage: Der private Konsum bleibt die wichtigste Triebkraft, während die Investitionstätigkeit zunächst gedämpft bleibt. Im weiteren Jahresverlauf wird mit einer schrittweisen Verbesserung gerechnet – vor allem, wenn sich die Lage in Europa stabilisiert und die internationale Nachfrage wieder anzieht. Für 2026 wird ein Wachstum von 1,0 Prozent erwartet.
- China: Der Ausblick für China bleibt verhalten. Die anhaltende Immobilienkrise, das schwache Lohnwachstum, höhere Energiepreise und eine gedämpfte Konsumstimmung bremsen die Binnennachfrage. Zudem laufen frühere staatliche Konsumhilfen aus, weshalb vom privaten Konsum nur begrenzte Impulse zu erwarten sind. Staatliche Programme dürften die Investitionen weiterhin stützen, während private Investitionen wegen schwacher Nachfrage, bestehender Überkapazitäten und zurückhaltender Unternehmensstimmung gedämpft bleiben. Insgesamt wird mit einer strukturellen Verlangsamung und einer Wachstumsrate von 4,5 Prozent im laufenden Jahr gerechnet.
Der Energiepreisschock trieb die Teuerung weltweit nach oben. In den USA stieg sie im ersten Halbjahr um 1,6 Prozentpunkte auf über 4 Prozent an. Im Euroraum betrug der Anstieg 1,2 Prozentpunkte, was zu einer Inflation von über 3 Prozent führte. Deutlich geringer fiel der Anstieg in der Schweiz aus, wo die Teuerung von 0,1 Prozent auf 0,6 Prozent kletterte. Dies dank des breiteren Energiemix und des geringeren Gewichts im Warenkorb.
Das ist aber kein Inflationsszenario wie im Jahr 2022. Dafür sprechen drei Gründe: deutlich niedrigere Anfangswerte der Inflation, besser verankerte Inflationserwartungen als 2022 und normalisierte Arbeitsmärkte.
Mit dem US-Iran-Abkommen vom Juni sind die Energiepreise zwar deutlich gefallen, doch bis sich die Inflation normalisiert, dürften einige Monate vergehen. Zum einen bleibt die Unsicherheit hoch, zum anderen haben sich auch andere Rohstoffe wie Kunststoffe und Düngemittel um rund 50 Prozent verteuert. Solche Kostensteigerungen wandern mit Verzögerung durch die Lieferketten und können die Teuerung noch lange nach einer Normalisierung der Energiepreise treiben. Wir rechnen daher damit, dass die Inflation trotz des Rückgangs der Öl- und Gaspreise zunächst noch etwas weiter steigt, bevor sie sich zurückbildet.
Die Inflation liegt in den USA und im Euroraum deutlich über den Zielen der Zentralbanken. In der Schweiz liegt sie noch komfortabel im Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die Zentralbanken schlagen daher zunehmend unterschiedliche Wege ein.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits im Juni die Zinsen angehoben, um den Preisanstieg einzudämmen. Die US-Notenbank, welche Anfang des Jahres noch Zinssenkungen in Aussicht gestellt hat, sieht dafür aktuell kein Potenzial mehr. Wir erwarten, dass die US-Notenbank und die SNB im zweiten Halbjahr an ihrer aktuellen Geldpolitik festhalten werden. Die EZB hingegen könnte noch eine zweite Leitzinserhöhung in diesem Jahr vornehmen, bevor sie den Kurs im kommenden Jahr wieder korrigiert.
Dieses Umfeld zeichnet ein differenziertes Bild für die Finanzmärkte. Risikoanlagen werden kurzfristig noch durch Liquidität und starke Unternehmensgewinne gestützt. Doch hohe Bewertungen, niedrige Kreditrisikoprämien und hohe Marktkonzentration erhöhen die Anfälligkeit für negative Überraschungen. Das verlangt eine selektive und flexible Anlagestrategie in den kommenden Monaten.
Der Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten führte im Frühling zu deutlichen Kursverwerfungen. Die Erholung ab April fiel jedoch ausserordentlich stark aus, getragen vom Waffenstillstand, starken Unternehmensgewinnen und dem KI-Trend. Zur Jahresmitte lagen die globalen Aktienmärkte deutlich im Plus. Den grössten Kursgewinn in Schweizer Franken verzeichneten Schwellenländer-Titel mit 25 Prozent. Deren Bewertungen liegen trotz des rasanten Anstiegs, dank überdurchschnittlichem Gewinnwachstum, nahe am historischen Median. Der US-Aktienmarkt hingegen weist weiterhin eine erhöhte Bewertung auf.
Im zweiten Halbjahr dürfte KI die Börsen weiter im Bann halten. Die Euphorie ist intakt, die Nutzung steigt kontinuierlich, und mit den erwarteten Börsengängen von OpenAI und Anthropic stehen weitere Katalysatoren für die Euphorie an.
Doch der KI-Trend birgt auch Risiken. Die Gewinnerwartungen an die Technologiekonzerne sind hoch. Die kommende Berichtssaison wird der nächste Test für das KI-Narrativ sein. Besonders heikel ist die Konzentration: Die zehn grössten Positionen im MSCI-Weltindex stehen allesamt im Zusammenhang mit dem KI-Boom und machen knapp 30 Prozent des Index aus – ausschliesslich US-Unternehmen. US-Titel gewichten insgesamt über 70 Prozent des Weltindex. Enttäuscht eine Handvoll Unternehmen, bewegt das den gesamten Markt.
Der Schwellenländer-Index ist regional breiter aufgestellt, doch auch hier dominieren KI-Titel, mehrheitlich Halbleiter- und Hardwarefirmen. Europäische und insbesondere Schweizer Aktien bieten echte Diversifikation und reduzieren das KI-Klumpenrisiko. Die Dividendenrendite des Schweizer Markts von rund drei Prozent kommt im Niedrigzinsumfeld zusätzlich zum Tragen.
Inflationsängste haben weltweit zu einem Zinsanstieg geführt. Mit dem Rückgang der Energiepreise in den letzten Monaten sind die Zinsen vielerorts jedoch wieder gefallen. So stieg die Rendite zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen auf bis zu 0,6 Prozent, lag zur Jahresmitte dann wieder knapp unter 0,3 Prozent – und damit auf einem ähnlichen Niveau wie zu Jahresbeginn.
Selbst ein globaler Energiepreisschock konnte die Zinsen in der Schweiz also kaum bewegen. Die Schweiz bleibt auf absehbare Zeit eine Niedrigzinsinsel. Alternative Renditequellen sind für Schweizer Anlegerinnen und Anleger daher essenziell.
Deutlich höher sind die Renditen im Ausland. Wer das Währungsrisiko jedoch absichern möchte, muss den grössten Teil dieser Mehrrendite dafür aufgeben. Die Absicherung für USD-Anlagen kostet aktuell knapp 4 Prozent im Jahr, während die Kosten für EUR-Anlagen sich auf 2,4 Prozent belaufen. Letztere dürften angesichts einer weiteren EZB-Zinserhöhung sogar noch weiter ansteigen.
In einem Konjunkturabschwung könnten sich Staatsanleihen dennoch als wirksam erweisen: Angesichts der aktuell hohen Renditen könnten nominale Staatsanleihen aus Ländern ausserhalb der Schweiz erhebliche Kursgewinne erzielen, sollte sich die Weltwirtschaft stark abkühlen.
Die Renditen von Unternehmensanleihen, insbesondere im Ausland, sind hoch, weisen aber trotz der Wachstumsrisiken nach wie vor deutlich unterdurchschnittliche Kreditrisikoprämien auf. Anlegerinnen und Anleger werden damit kaum für das zusätzliche Unternehmensrisiko entschädigt. Eine Ausnahme bildet die KI-bezogene Verschuldung: Die Kreditaufschläge im Technologie-Sektor sind gestiegen. Bei einer Neubewertung des KI-Themas könnten sie abrupt nach oben schnellen.
Auch das höhere Risiko einer geringeren Kreditqualität im Hochzinssegment gegenüber dem Investment-Grade-Segment wird unterdurchschnittlich vergütet. Wir setzen daher weiterhin auf Qualität und bevorzugen Investment-Grade- gegenüber Hochzinsanleihen.
Schweizer Immobilienfonds haben seit Anfang des Jahres analog dem Gesamtmarkt mehr Volatilität aufgrund geopolitischer und politischer Ereignisse gesehen. Nach einer leichten Marktabkühlung erscheinen Immobilienfonds wieder etwas fairer bewertet. Das durchschnittliche Agio liegt Ende Juni 2026 bei rund 32 Prozent und damit weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt.
Schweizer Immobilienanlagen profitieren vom anhaltenden Niedrigzinsumfeld und einer relativ soliden Konjunktur inmitten geopolitischer Unsicherheit. Die aktuelle Hoffnung auf eine baldige Einigung im Nahostkonflikt und der positive Ausgang der Abstimmungen zu den wohnpolitischen Themen sorgen für optimistischere Stimmung. Die Renditedifferenz zwischen der Ausschüttungsrendite bei Immobilienfonds und der Rendite für zehnjährige Staatsanleihen mit mehr als 250 Basispunkten zeigt die Attraktivität von Immobilienanlagen auf.
Im Fokus der Investorinnen und Investoren stehen weiterhin Wohnimmobilien, die aufgrund ihrer defensiven Eigenschaften geschätzt werden. Sie profitieren von einer strukturellen Angebotsknappheit bei gleichzeitig hoher Nachfrage. Darüber hinaus bieten sie stabile, planbare Einkommensströme in Schweizer Franken sowie einen gewissen Inflationsschutz.
Die jüngsten politischen Entwicklungen, insbesondere die Ablehnung der Initiativen «Wohnschutz Zürich» und »Keine 10-Millionen-Schweiz», haben regulatorische Unsicherheiten vorerst reduziert und dürften sich positiv auf indirekte Immobilienanlagen auswirken. In Kombination mit ihrer wahrgenommenen Rolle als sicherer Hafen bleiben Schweizer Immobilienanlagen in einem volatilen globalen Umfeld aufgrund ihrer defensiven Eigenschaften gefragt.
Der Nahostkonflikt hat zu einer Aufwertung des US-Dollars im ersten Halbjahr geführt. So hat sich der Greenback um 2 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken und um 3 Prozent gegenüber dem Euro aufgewertet.
Die geopolitische Unsicherheit hat zwar jüngst etwas abgenommen, eine starke Abschwächung des US-Dollars ist jedoch nicht zu erwarten. Einerseits bleibt die geopolitische Lage fragil, andererseits dürfte die robuste US-Wirtschaftsdynamik die Währung im zweiten Halbjahr stützen.
Der Euro profitierte von der Zinserhöhung der EZB und wertete sich im Juni um rund 1 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken auf. Investoren erwarten eine weitere Zinserhöhung, was den Euro stützen dürfte; die schwächere Wirtschaftsdynamik dürfte den Aufwärtsdruck jedoch begrenzen. Für das EUR/CHF-Währungspaar erwarten wir daher eine Seitwärtsbewegung im zweiten Halbjahr.
Langfristig betrachtet profitiert der Schweizer Franken von der niedrigen Inflation, einer geringen Staatsverschuldung und der politischen Stabilität – allesamt Eigenschaften, die zunehmend rar werden. Der langfristige Aufwertungstrend bleibt somit intakt. Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger ist es daher wichtig, ihre langfristigen Währungsrisiken im Auge zu behalten.
Weitere Rendite- und Diversifikationsquellen sind bei alternativen Anlagen zu finden.
Rohstoffe, insbesondere Erdöl, kletterten im Zuge des Nahostkonflikts in die Höhe. Das US-Iran-Abkommen von Ende Juni brachte zwar einen kräftigen Rückgang der Energiepreise, doch eine vollständige Normalisierung der Energieversorgung dürfte Zeit brauchen. Da die Lage fragil bleibt, dürfte der Erdölpreis zwar abwärts tendieren, der Weg dahin aber äusserst volatil bleiben.
Gold erlebte im ersten Halbjahr 2026 zunächst eine aussergewöhnliche Rallye auf ein Rekordhoch von rund 6’300 USD je Unze, getrieben durch starke ETF-Zuflüsse, chinesische Privatanlegerinnen und -anleger, geopolitische Risiken, einen schwachen US-Dollar und anhaltende Käufe der Zentralbanken. Anschliessend folgte eine deutliche Trendwende: Gewinnmitnahmen, steigende Zinserwartungen infolge höherer Inflation, höhere US-Zinsen und ein stärkerer US-Dollar setzten den Goldpreis unter Druck, sodass er bis Ende Juni rund 3 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau notierte.
Die mittelfristigen Performancetreiber bleiben jedoch intakt. Die jüngste Umfrage des World Gold Council zeigt, dass 89 Prozent der Zentralbanken erwarten, ihre Goldreserven in den nächsten 12 Monaten weiter aufzubauen. Gold bleibt mittelfristig auch als Absicherung gegen die weltweit steigende Staatsverschuldung sowie gegen die Zweifel an der langfristigen Glaubwürdigkeit des US-Dollars attraktiv.
Für zusätzliche Diversifikation in einem gemischten Portfolio sorgen auch Katastrophenanleihen, dank ihrer geringen Korrelation zu traditionellen Anlagen.
Für den längeren Anlagehorizont sind auch Investitionen in Private Assets für institutionelle Anlegerinnen und Anleger interessant, um u.a. eine Illiquiditätsprämie abzuschöpfen und zusätzliche Diversifikation zu erhalten. Im Bereich von Private Credit bspw. bevorzugen wir ein geringes Exposure zu Software-Unternehmen und einen Fokus auf Qualität. Hier ist auch die Managerselektion zentral. Die Rendite-Streuung zwischen erstklassigen und weniger starken Managern für Anlagen im Bereich von Private Assets ist deutlich höher als bei traditionellen Anlageklassen.
Vier Schlüsselrisiken gilt es im Auge zu behalten: hartnäckige Inflation, die Tragfähigkeit der KI-Investitionen, wachsende finanzielle Verwundbarkeiten und schwächere Staatsfinanzen.
- KI-Boom: Bewertungen, Investitionen und Finanzierung: Die globale Wirtschaft, insbesondere die USA, hängt stark vom KI-Boom ab. Enttäuscht das Gewinnwachstum, vor allem bei den konzentrierten Marktführern, droht eine breite Korrektur – für die USA ein doppelter Schlag, da sowohl die Investitionsausgaben als auch die KI-getriebenen Vermögenseffekte den Konsum stützen. Hinzu kommt die Frage der Tragfähigkeit: Die fünf grössten Hyperscaler dürften 2026 zusammen über 700 Mrd. US-Dollar in KI investieren. Bleiben die Erträge aus, könnte aus dem Boom ein Abschwung werden, verschärft durch Engpässe bei Strom, Halbleitern und Netzinfrastruktur. Verstärkt würde ein solcher Schock durch hohe Bewertungen.
- Fiskalische Instabilität: Die hohe Staatsverschuldung einiger Länder kann das Vertrauen der Anleihemärkte erschüttern; Anzeichen fehlender Haushaltsdisziplin lassen Renditen schwanken und setzen die Währungen unter Druck. Da die Renditen vielerorts wieder über dem nominalen Wachstum liegen, lässt sich die Schuldenquote nicht mehr allein durch Wachstum stabilisieren.
- Geopolitische Eskalation und Handelskonflikte: Trotz des Abkommens bleibt die Lage im Nahen Osten fragil. Eine erneute Eskalation und eine neuerliche Störung der Energieversorgung über die Strasse von Hormus sind nicht auszuschliessen. Ein solcher Rückschlag würde die Energiepreise erneut anheizen, die Inflation verlängern und das Wachstum bremsen. Hinzu kommen der Krieg in der Ukraine und die Spannungen zwischen den USA und China, deren Verschärfung Welthandel und Wachstum weiter dämpfen würde.
Das zweite Halbjahr wird zeigen, ob die KI-Euphorie anhält, und die Inflation sich wirklich normalisiert. Wir beobachten dafür drei Signale: die Quartalsgewinne der grossen Technologiekonzerne, die Inflationsdaten und die Stabilität der Lage im Nahen Osten.
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