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Aktuelle Konjunktur- und Finanzmarkterwartungen

Asset Management 31. Januar 2025
  
Die Themen des Monats
Geldpolitik
  • Angesichts der erhöhten Inflation hat Japans Zentralbank hat den Leitzins auf 0,5% angehoben, ein 17-Jahreshoch.
  • Die Europäische Zentralbank hat die Zinsschraube gelockert und die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. 
  • Die Unsicherheit über Trumps Politik und die weiterhin erhöhte Inflation veranlassten die US-Notenbank, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen. 
Künstliche Intelligenz
  • Das chinesische KI-Start-up DeepSeek macht Technologieunternehmen in den USA und Europa mit seinem neuen Open-Source-KI-Modell nervös. 
  • Mit deutlich geringeren Investitionen und weniger leistungsfähigen Chips ist es DeepSeek gelungen, ein Modell zu entwickeln, das den Modellen der amerikanischen Tech-Giganten ebenbürtig oder sogar überlegen ist. 
  • Sorgen um die Aussichten der US-KI-Unternehmen führten Ende Januar zu deutlichen Kursverlusten (Nvidia -17% in einem Handelstag. Viele Anleger nutzten dies dann aber als Einstiegschance, was zu einer Erholung führte.
     
Donald Trump
  • Donald Trump kehrte am 20. Januar ins Weisse Haus zurück. 
  • Trump hat in Rekordtempo viele Dekrete unterzeichnet, mit denen er die Politik von Biden rückgängig machen will. 
  • Er hat Importzölle von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko und Kanada ab Februar angedroht. 
  • Zunehmende Besorgnis der Anleger über die Inflation und Staatsverschuldung unter der Trump-Regierung führte zu einem Anstieg der langfristigen Zinsen
Finanzmarktentwicklung seit Jahresbeginn
Guter Jahresauftakt an den europäischen Aktienmärkten
  • Schweizer Aktien auf Aufholjagd – der SPI erreicht ein Allzeithoch
  • Kursrückgänge bei den grossen KI-Unternehmen belasten den US-Aktienmarkt
  • Die neuen Sanktionen der USA gegen die russische Ölindustrie haben den Ölpreis in die Höhe getrieben.
  • Der Euro leicht stärker zum Jahresauftakt. 
Wirtschaft
Vorgezogene Wahlen in Deutschland
Bundestagswahl: CDU/CSU bleiben in den Umfragen vorne, Parteizustimmung
Bundestagswahl: CDU/CSU bleiben in den Umfragen vorne, Parteizustimmung

Wirtschaftswachstum

  • Ende 2024 ist in Deutschland die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP zerbrochen. Am 23. Februar findet nun die vorgezogene Bundestagswahl statt.

  • Umfragen sehen die Partei von Kanzlerkandidat Friedrich Merz in Führung, womit ein Machtwechsel wahrscheinlich ist. 

  • Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge geschrumpft (-0,2%). Haushalte und Unternehmen hoffen auf einen Aufschwung nach der Bundestagswahl. Ob dies der neuen Regierung gelingt, ist jedoch ungewiss. 

Inflation

  • Die Inflationsraten sind zuletzt teils leicht angestiegen. Dies ist auf die Energie- und Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. 
  • Mittelfristig ist mit einem Rückgang der Inflation zu rechnen.
  • In der Schweiz ist das Risiko einer negativen Inflation höher als das Risiko eines starken Anstiegs.
Geldpolitik
Die EZB senkt die Zinsen, die US-Notenbank wartet ab
  • Die EZB senkte Ende Januar die Leitzinsen um 2,25 Prozentpunkte. 
  • Die US-Notenbank hat ebenfalls Ende Januar getagt, aber beschlossen, ihre Zinspolitik unverändert zu lassen. Zu unsicher sind die Inflationsaussichten, insbesondere unter der neuen Trump-Administration.
  • Im Laufe des Jahres dürften im Euroraum mehr Zinssenkungen erfolgen als in den USA.
  • Die nächste Zinssenkung der SNB wird im März erwartet. 
Finanzmärkte: Langfristzinsen
Politische Unsicherheitsfaktoren treiben Zinsanstieg
Rendite 10-jähriger Staatsanleihen, Veränderung der Renditen seit Anfang Dezember 2024, in Basispunkten
Rendite 10-jähriger Staatsanleihen, Veränderung der Renditen seit Anfang Dezember 2024, in Basispunkten

 

  • Die Renditen von Staatsanleihen sind in den letzten Monaten weltweit deutlich gestiegen.
  • Die Inflationserwartungen sind zwar leicht gestiegen. Sie sind aber nicht der Haupttreiber des Zinsanstiegs. Treiber sind vielmehr politische Unsicherheitsfaktoren wie: 
     
    • die vernachlässigte Haushaltsdisziplin
    • die hohen Schuldenquoten
    • der hohe Refinanzierungsbedarf im Jahr 2025

 

Finanzmärkte: Aktien
Investoren sehen Einstiegschance angesichts der DeepSeek-Panik
Grösste Nettozuflüsse in US-Technologieaktien seit 2021, Tägliche Nettozuflüsse in den Invesco QQQ ETF, der den Nasdaq 100 nachbildet, in Mrd. USD
Grösste Nettozuflüsse in US-Technologieaktien seit 2021, Tägliche Nettozuflüsse in den Invesco QQQ ETF, der den Nasdaq 100 nachbildet, in Mrd. USD

Das chinesische KI-Start-up DeepSeek hat ein KI-Modell entwickelt, das mit dem US-Tech-Giganten konkurrieren kann – und das zu niedrigeren Kosten. 

  • Die Aussichten für US-KI-Unternehmen werden hinterfragt. 
  • Nvidia verliert über 17% an Wert in einem Tag – der grösste Kursverlust seit der Pandemie
  • Doch die Panik hält nicht lange an. Die Anleger nutzen die Kursrückgänge und investieren kräftig in US-Technologiewerte. 

 

Die Gewinnmeldungen der US-KI-Unternehmen der nächsten Wochen werden entscheidend sein für die weitere Entwicklung. 

  • Analysten hinterfragen zunehmend, ob die KI-Unternehmen zeigen können, dass ihre massiven Investitionen Früchte tragen werden oder nicht. 
  • Klar ist, dass der KI-Trend die Börsen in den nächsten Monaten weiter prägen wird. 
     
Schweizer Aktien auf Aufholjagd
Grösste Nettozuflüsse in US-Technologieaktien seit 2021, Tägliche Nettozuflüsse in den Invesco QQQ ETF, der den Nasdaq 100 nachbildet, in Mrd. USD
Grösste Nettozuflüsse in US-Technologieaktien seit 2021, Tägliche Nettozuflüsse in den Invesco QQQ ETF, der den Nasdaq 100 nachbildet, in Mrd. USD
  • Es ist ein guter Jahresauftakt für Schweizer Aktien.
  • Angesichts der DeepSeek-Panik legen defensiver Titel zu.
  • Der Swiss Performance Index (SPI) erreicht Ende Januar somit ein Allzeithoch
Baloise Market View: Im Überblick
Positionierung gegenüber Benchmark*

*Zeithorizont: 1 Monat

Aus der Perspektive eines CHF-Investor

Aktien

Es war ein guter Jahresauftakt für die Aktienmärkte. In Europa erreichten der DAX und der SPI Allzeithochs. Ende Januar Chiphersteller und Technologieunternehmen vor allem in den USA unter Druck. In den kommenden Wochen werden sich die Anleger auf die Unternehmensberichte für das Geschäftsjahr 2024 in den USA und Europa konzentrieren. Vor allem im Technologiesektor werden Analysten die Zahlen und Aussichten kritisch hinterfragen. Der Start in die Berichtssaison verlief positiv. Wir bevorzugen daher weiterhin ein Übergewicht in Aktien. Das grösste Potenzial und tiefste Risiko sehen wir weiterhin bei Schweizer Aktien. Diese weisen trotz des jüngsten Anstiegs immer noch eine historisch überdurchschnittliche Risikoprämie. 

Obligationen

Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen sind seit Anfang Dezember gestiegen. Dieser Anstieg ist vor allem auf Sorgen über hohe Schuldenquoten, mangelnde Haushaltsdisziplin und allgemeine politische Unsicherheit zurückzuführen. Bei Unternehmensanleihen gibt es starke Unterschiede zwischen den Währungsräumen. So bieten Unternehmensanleihen in Schweizer Franken weiterhin attraktive Kreditspreads, während sich die Spreads von USD-Anleihen auf historischen Tiefstständen befinden. Globale Hochzinsanleihen bieten zwar immer noch eine attraktive Verzinsung, aber die Kreditrisikoprämien erachten wir als historisch niedrig.

Immobilien

Die börsenkotierten Schweizer Immobilienanlagen knüpften zu Beginn des Jahres 2025 an die Stärke des Vorjahres an. So legten Schweizer Immobilienaktien in den ersten Januar Wochen um über 4,5% zu. Denn trotz leicht höherer Langfristzinsen dürfte die Aussicht auf mittelfristig tiefere Zinsen und weitere Leitzinssenkungen der SNB die Immobilienanlagen stützen. Angesichts der guten Performance in den letzten Monaten sind aber auch die Bewertungen angestiegen. Anleger, die in Anlagestiftungen investieren können, finden in diesen Gefässen allenfalls attraktivere Bewertungen. Wir positionieren uns insgesamt noch über der strategischen Allokationsquote und bevorzugen weiterhin Schweizer Immobilienfonds gegenüber ausländischen Immobilienanlagen.

Alternative Anlagen

Dieses Segment muss differenziert betrachtet werden. Nach der starken Performance von Gold im letzten Jahr bevorzugen wir für das Edelmetall eine Allokation im Einklang mit der Strategie. Bei Rohstoffen wie Energie und Industriemetallen sehen wir ein begrenztes Aufwärtspotenzial, da mit nachlassend Nachfrage zu rechnen ist Bei kreditrisikobehafteten Anlagen sollte weiterhin auf die Kreditqualität geachtet werden. Die Ausfallquoten sind im Allgemeinen noch niedrig und z.B. Senior Secured Loans bieten im aktuellen Umfeld noch attraktive Renditen. Die Risikoprämien für versicherungsgebundenen Wertpapieren wie Katastrophenanleihen sind im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. Ein attraktives Renditepotenzial und eine tiefe Korrelation zu anderen Anlageklassen sprechen aber weiterhin für die Anlageklasse. 

Cash

Derzeit bevorzugen wir eine Liquiditätsquote, die der Strategie entspricht.

Baloise Market View: Im Detail
Positionierung gegenüber Benchmark
  • Angesichts des Zinsanstiegs reduzieren wir etwas unser bisher starkes Untergewicht in Obligationen Welt
  • Nach der starken Performance von Schweizer Aktien und Immobilien, sind gewisse Gewinnmitnahmen sinnvoll. Insgesamt bleiben wir aber in beiden Anlageklassen an einem übergewichtet. 
  • Denn trotz leicht höherer Langfristzinsen dürfte die Aussicht auf mittelfristig tiefere Zinsen und weitere Leitzinssenkungen der SNB Schweizer Immobilienanlagen stützen.
  • Schweizer Aktien bieten im historischen und internationalen Vergleich eine hohe Risikoprämie. 
     
Konjunktur- und Finanzmarktausblick: Global
Unsere aktuellen Szenarien für die kommenden 12 Monate

  

70% Basisszenario

Annahmen

  • Die Stabilität des Finanzsystems bleibt trotz der Krise in China intakt.
  • Die geopolitische Lage bleibt fragil. Eine signifikante Eskalation bleibt jedoch aus.
  • Die USA erheben Strafzölle, jedoch moderater als von Trump im Wahlkampf angekündigt.
20% Negativszenario

Annahmen

  • Längerfristig hohe Finanzierungskosten führen zu stark steigenden Kreditausfällen (à Kreditklemme).
  • Geopolitische Spannungen nehmen zu, z.B. Eskalation im Nahen Osten oder durch Beginn eines globalen Handelsstreits.
10% Positivszenario

Annahmen

  • Die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz führen zu einem Boom in diversen Sektoren.
  • Die geopolitischen Risiken nehmen ab. 

 Konjunktur

  • Moderates Weltwirtschaftswachstum, aber mit Unterschieden in Bezug auf Regionen und Sektoren.
  • Die Inflation fällt nahe oder unter Ziel. 

 Konjunktur

  • Steigende Anzahl der Firmenkonkurse führt zu deutlichem Anstieg der Arbeitslosenraten.
  • Massive globale Wachstumsverlangsamung 
  • Anstieg der Inflation, im Falle einer geopolitischen Eskalation oder eines globalen Handelskriegs

 Konjunktur

  • Die Inflationsraten sinken schneller als erwartet, u.a. durch einen weiteren Rückgang der Energiepreise.
  • Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen hellt sich auf, was das Wirtschaftswachstum stärker als erwartet ausfallen lässt.

Geldpolitik

  • Die Leitzinsen werden schrittweise gesenkt.
  • In Europa etwas schneller als in den USA. 

Geldpolitik

  • Zentralbanken im Zielkonflikt zwischen Inflations-bekämpfung und Abfederung des Wachstums-einbruchs

Geldpolitik

  • Zentralbanken lockern ihre restriktive Zinspolitik schneller als erwartet. 

Finanzmärkte

  • Langfristzinsen: primär seitwärts, aber volatil
  • Aktien: Insgesamt positiv, aber erhöhte Volatilität
  • Unternehmensanleihen: Leichter Anstieg der Kreditaufschläge, insbesondere im USD-Segment

Finanzmärkte

  • Starker Anstieg der Kreditspreads und der Ausfall-raten bei Unternehmensanleihen
  • Ausverkauf an den Aktienmärkten
  • Zinsen bei Staatsanleihen mit sehr guter Bonität sinken aufgrund der Flucht in Sicherheit deutlich

Finanzmärkte

  • Seitwärtstrend bei den Langfristzinsen
  • Erneuter Rückgang der Kreditspreads verbessert die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen.
  • Aktienmärkte legen als Folge deutlich zu.
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